Lee Fraser beschäftigt sich kontinuierlich mit synthetischen Klängen und komplexen Hörerlebnissen. Der in Turin lebende englische Komponist fokussiert sich auf akusmatische Musik, in der Klang von seiner Kausalität losgelöst wird. Mit der Audio-Programmiersprache Csound kreiert er synthetische Klänge, die wir zunächst in unserer Hörerfahrung verorten können, die sich dann aber raffiniert bis zur Abstraktion zersetzen und sich einer Zuortbarkeit entziehen. Gerade diese Kontaktzone von konkreten und abstrakten Artikulationen interessieren ihn in seinem künstlerischen Schaffen besonders. Denn in dieser Liminalität entsteht die Fähigkeit, anders zu hören, in sich selbst neue Antennen, neue Sensoren, neue Empfindlichkeiten zu entdecken. Zuhören bedeutet für Fraser sich selbst neu zu entdecken, sich selbst zu verändern. Er wird uns im Walcheturm durch seine quadrophonische Computermusik auf diese transformatorische Reise mitnehmen.